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<title>Freie Migration</title>
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<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Freie Migration</span></h1>
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</div>
<div id="mw-content-text" class="mw-body-content mw-content-ltr" lang="de" dir="ltr"><div class="mw-content-ltr mw-parser-output" lang="de" dir="ltr"><p><b>Freie Migration</b> oder <b>offene Einwanderung</b> ist eine <a href="Normativ" title="Normativ">normative</a> Position, die besagt, dass Menschen nicht daran gehindert werden <i>sollten</i>, in ein Land ihrer Wahl einzuwandern.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Offene_Grenzen_vs._Abschaffung_von_Grenzen">Offene Grenzen vs. Abschaffung von Grenzen</h2></div>
<p>Im englischsprachigen Raum wird zwischen der Forderung nach freier Migration <i>(„open borders“)</i> und Grenzenlosigkeit <i>(„no borders“)</i> unterschieden. Freie Migration wird als staatliches Migrationsregime propagiert, Grenzenlosigkeit hingegen ist eine <a href="Anarchismus" title="Anarchismus">anarchistische</a> Position. Beispielsweise propagiert die britische Sektion des „<a href="No_Border_Netzwerk" title="No Border Netzwerk">No Border-Netzwerks</a>“, dass eine Welt ohne Grenzen zugleich auch eine Welt ohne Staaten sein müsse: „We believe that a world without borders must also mean a world without states.“<sup id="cite_ref-1" class="reference"><a href="#cite_note-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>.
</p><p><a href="Libertarismus" title="Libertarismus">Libertäre</a>, <a href="Sozialist" class="mw-redirect" title="Sozialist">Sozialisten</a> und Anarchisten befürworten offene Einwanderung bzw. Grenzenlosigkeit, ungeachtet der sonstigen Unterschiede zwischen den drei Ideologien und der damit einhergehenden Unterschiede in den Begründungen dieser Position im <a href="Diskurs" title="Diskurs">Diskurs</a>.<sup id="cite_ref-2" class="reference"><a href="#cite_note-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Auch <a href="Minarchismus" title="Minarchismus">Minarchisten</a> stellen die Autorität der Staaten und die Legitimität ihres Handelns in Frage, indem sie die Kontrolle der Einreise, des Aufenthalts und der Arbeitsaufnahme durch die Staaten unterlaufen bzw. unterbinden wollen, und zwar zugunsten aller Personengruppen, nicht nur zugunsten der <a href="Arbeitsmigration" title="Arbeitsmigration">Arbeitsmigranten</a>. Anarchisten wenden sich überhaupt gegen jegliche Staatlichkeit.
</p><p>Fabian Georgi erklärt in der von der <a href="Rosa-Luxemburg-Stiftung" title="Rosa-Luxemburg-Stiftung">Rosa-Luxemburg-Stiftung</a> herausgegebenen Zeitschrift <i>Luxemburg. Gesellschaftsanalyse und linke Praxis</i> die „<a href="Politische_Linke" title="Politische Linke">linke</a>“ Strategie einer Welt ohne Grenzen: „Mit Slogans wie ›<a href="Kein_mensch_ist_illegal" title="Kein mensch ist illegal">Kein Mensch ist illegal</a>‹ und ›No Border! No Nation!‹ haben [die Aktivisten] die Idee globaler Bewegungsfreiheit auf die Agenda sozialer Bewegungen gesetzt. Sie beschreiben die Idee, dass sich alle Menschen frei auf der Erde bewegen können, dass sie leben und sich niederlassen können, wo sie möchten, und dabei gleiche Rechte genießen, ungeachtet ihrer ›Nationalität‹, ihrer ›Staatsbürgerschaft‹ oder anderer Kriterien. Selbstorganisierte <a href="Kein_mensch_ist_illegal#Sprachkritik" title="Kein mensch ist illegal">sans-papiers</a> und refugees sowie die NoBorder-Bewegung haben globale Bewegungsfreiheit als ein gegenhegemoniales Projekt konstituiert, als ein politisches Vorhaben, das die ›tiefe Hegemonie von Grenzen‹ radikal infrage stellt.“<sup id="cite_ref-3" class="reference"><a href="#cite_note-3"><span class="cite-bracket">[</span>3<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Allerdings gab Georgi 2012 zu, dass zu Frage nach der konkreten Ausgestaltung einer ‚Welt ohne Grenzen‘ noch schlüssige, unter Linken konsensfähige Antworten fehlten.<sup id="cite_ref-4" class="reference"><a href="#cite_note-4"><span class="cite-bracket">[</span>4<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p><a href="Leoluca_Orlando" title="Leoluca Orlando">Leoluca Orlando</a>, Bürgermeister von <a href="Palermo" title="Palermo">Palermo</a> und Hauptinitiator der im März 2015 verabschiedeten <i><a href="Charta_von_Palermo" title="Charta von Palermo">Charta von Palermo</a></i>, stellte die These auf, dass es unmöglich sei, „die Verlagerung von Abermillionen Menschen zu blockieren.“<sup id="cite_ref-5" class="reference"><a href="#cite_note-5"><span class="cite-bracket">[</span>5<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Historische_und_aktuelle_Beispiele_für_freie_Migration"><span id="Historische_und_aktuelle_Beispiele_f.C3.BCr_freie_Migration"></span>Historische und aktuelle Beispiele für freie Migration</h2></div>
<p>Bis ins zwanzigste Jahrhundert erlaubten die <a href="USA" class="mw-redirect" title="USA">USA</a> und <a href="Kanada" title="Kanada">Kanada</a> die fast vollständig offene Immigration für Europäer. Die geographische Expansion in den „wilden“ Westen ermöglichte eine Migration der Überschussbevölkerung Europas. Diese Phase endete im 20. Jahrhundert, als eine weitere geographische Expansion nicht mehr möglich war.<sup id="cite_ref-:0_6-0" class="reference"><a href="#cite_note-:0-6"><span class="cite-bracket">[</span>6<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> In dem <a href="Immigration_Act_of_1924" title="Immigration Act of 1924">Immigration Act of 1924</a> beschloss der <a href="Kongress_der_Vereinigten_Staaten" title="Kongress der Vereinigten Staaten">Bundeskongress</a> strenge Einwanderungskontrollen, besonders für die, die von außerhalb Westeuropas kamen. Diese Regeln wurden 1965 im Immigration Reform Act gelockert.
</p><p>Personenfreizügigkeit gibt es derzeit:
</p>
<ul><li>zwischen den Staaten der <a href="Europ%C3%A4ische_Union" title="Europäische Union">Europäischen Union</a>, der <a href="Europ%C3%A4ische_Freihandelsassoziation" title="Europäische Freihandelsassoziation">Europäischen Freihandelsassoziation</a> (EFTA), des <a href="Europ%C3%A4ischer_Wirtschaftsraum" title="Europäischer Wirtschaftsraum">Europäischen Wirtschaftsraumes</a> (EEA)</li>
<li>zwischen den Staaten des <a href="Nordischer_Rat" title="Nordischer Rat">nordischen Rates</a></li>
<li>innerhalb der Westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft <a href="ECOWAS" class="mw-redirect" title="ECOWAS">ECOWAS</a></li>
<li>der Gemeinschaft unabhängiger Staaten <a href="Gemeinschaft_Unabh%C3%A4ngiger_Staaten" title="Gemeinschaft Unabhängiger Staaten">GUS</a> (mit Ausnahmen und Einschränkungen) und einigen bilateralen Vereinbarungen.</li></ul>
<p>Ein <a href="Menschenrecht" class="mw-redirect" title="Menschenrecht">Menschenrecht</a> auf <a href="Freiz%C3%BCgigkeit" title="Freizügigkeit">Freizügigkeit</a> wird Migrationswilligen in keinem Staat der Welt als <a href="Positives_Recht" title="Positives Recht">positives Recht</a> zuerkannt.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Kritik">Kritik</h2></div>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Folgen_für_den_Sozialstaat"><span id="Folgen_f.C3.BCr_den_Sozialstaat"></span>Folgen für den Sozialstaat</h3></div>
<p>Der Wirtschaftsjournalist Patrick Welter warnt, dass bei hoher Zuwanderung eine Beschneidung des <a href="Sozialstaat" title="Sozialstaat">Sozialstaats</a> nur vermieden werden könne, wenn die Anreize zur Einwanderung in den Sozialstaat begrenzt werden würden. Er erinnert an das Diktum des Trägers des Alfred-Nobel-Gedächtnispreises für Wirtschaftswissenschaften <a href="Milton_Friedman" title="Milton Friedman">Milton Friedman</a>, nach dem man entweder freie Zuwanderung oder einen <a href="Wohlfahrtsstaat" title="Wohlfahrtsstaat">Wohlfahrtsstaat</a> haben könne, aber nicht beides zusammen.<sup id="cite_ref-Wir_schaffen_was_7-0" class="reference"><a href="#cite_note-Wir_schaffen_was-7"><span class="cite-bracket">[</span>7<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Nach Ansicht des Ökonomiewissenschaftlers William Niskanen ist es allerdings möglich, freie Zuwanderung zu ermöglichen, wenn man gleichzeitig eine „Mauer um den Wohlfahrtsstaat“ errichte, um Anreize zur Einwanderung in diesen zu begrenzen. Dieser Idee folgend strichen die USA 1996 auf Anregung von Präsident <a href="Bill_Clinton" title="Bill Clinton">Bill Clinton</a> allen neuen Einwanderern für fünf Jahre den Zugang zu allen Sozialleistungen der Bundesebene.<sup id="cite_ref-Wir_schaffen_was_7-1" class="reference"><a href="#cite_note-Wir_schaffen_was-7"><span class="cite-bracket">[</span>7<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p><a href="Hans-Werner_Sinn" title="Hans-Werner Sinn">Hans-Werner Sinn</a> analysiert unter Hinweis auf die Situation in den USA, dass die Zuwanderung von überwiegend geringqualifizierten Menschen zu einem Überangebot in diesem Segment des Arbeitsmarktes führen werde und somit die Löhne gedrückt würden. Der Sozialstaat werde hier Härten abfedern müssen.<sup id="cite_ref-Zeit412015_8-0" class="reference"><a href="#cite_note-Zeit412015-8"><span class="cite-bracket">[</span>8<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Der international bekannte britische Ökonom und Migrationsforscher <a href="Paul_Collier_(%C3%96konom)" title="Paul Collier (Ökonom)">Paul Collier</a> wies 2014 in seinem Buch „Exodus - Warum wir Einwanderung neu regeln müssen“ ebenfalls auf die Unvereinbarkeit von offenen Grenzen und Sozialstaat hin: „Den Armen in anderen Ländern zu helfen ist eine klare moralische Pflicht... Doch aus der Hilfspflicht kann nicht die Pflicht folgen, einen allgemein freien Grenzverkehr zuzulassen. Tatsächlich wären diejenigen, nach deren Ansicht man es den Armen freistellen sollte, in reiche Länder auszuwandern, wahrscheinlich die ersten, die gegen das Recht von Reichen, in arme Länder zu ziehen, Einspruch erheben würden, weil es einen unangenehmen kolonialistischen Beigeschmack hätte“<sup id="cite_ref-9" class="reference"><a href="#cite_note-9"><span class="cite-bracket">[</span>9<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>. Die Freie Migration gegen den Nationalstaat auszuspielen wird von Collier als widersinnig betrachtet, da durch Grenzen definierte Nationen gerade für Migranten wichtige, legitime moralische und attraktive Einheiten seien: „Tatsächlich sind es die Früchte erfolgreicher Nationalstaatlichkeit, die auf Migranten anziehend wirken“<sup id="cite_ref-10" class="reference"><a href="#cite_note-10"><span class="cite-bracket">[</span>10<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>. Die „erfolgreiche Nationalstaatlichkeit“ setzt ein hohes Maß an innergesellschaftlich stabiler Kooperation („...grundlegend für den Wohlstand“<sup id="cite_ref-11" class="reference"><a href="#cite_note-11"><span class="cite-bracket">[</span>11<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>), gegenseitigem Vertrauen und an Beherrschung informeller, in gemeinsamer nationaler Identität erworbener Regeln und Standards voraus, die durch eine unbegrenzt ermöglichte Zuwanderung in Gefahr geraten und damit letztlich auch die Attraktivität einzelner Länder für Zuwanderer wieder gefährden. Daher plädiert Collier für eine national geregelte, angepasste Einwanderung: „Eine mäßige Einwanderung wird einen sozialen Gesamtnutzen mit sich bringen, während anhaltend hohe Immigrationsraten die Gefahren beträchtlicher Kosten heraufbeschwören“<sup id="cite_ref-12" class="reference"><a href="#cite_note-12"><span class="cite-bracket">[</span>12<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>. Je größer der Einwandereranteil eines Landes, desto geringer das Vertrauen zwischen Einwanderern und Einheimischen und damit für den sozialen Frieden, die Grundlage der erreichten Wohlstands- und Wohlfahrtsattraktivität. Das gilt für Collier insbesondere dort, wo „Einwanderung das Sozialkapital der einheimischen Bevölkerung verringert“<sup id="cite_ref-13" class="reference"><a href="#cite_note-13"><span class="cite-bracket">[</span>13<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>. Schlussfolgerung Colliers: „Für dichtbesiedelte Länder könnte… die offene Tür… unweigerlich komplizierte, langwierige soziale Probleme nach sich ziehen“<sup id="cite_ref-14" class="reference"><a href="#cite_note-14"><span class="cite-bracket">[</span>14<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>.
</p><p>Das Argument, dass es einen Zusammenhang von <a href="Arbeitsmigration" title="Arbeitsmigration">Arbeitsmigration</a> und niedrigen Löhnen gebe, ist auch bei der <a href="Fachkr%C3%A4ftemangel#Kritische_Bewertung_des_Diskurses" title="Fachkräftemangel">Diskussion um Fachkräftemangel</a> von Bedeutung.
</p><p>Auch <a href="Sozialdemokratie" title="Sozialdemokratie">sozialdemokratische</a> Kritiker verweisen darauf, dass Staaten als Sozialstaaten vor allem dafür verantwortlich seien, dass die bereits in ihnen lebenden Menschen auskömmliche Einkommen hätten. Aus diesem Grund seien in den meisten Staaten der Europäischen Union <a href="Mindestlohn" title="Mindestlohn">gesetzliche Mindestlöhne</a> eingeführt worden, die so bemessen sein sollen, dass zumindest ledige Erwerbstätige durch Arbeit mehr als ihr <a href="Existenzminimum" title="Existenzminimum">Existenzminimum</a> erwirtschaften. Das System von Mindestlöhnen gerate in Gefahr, wenn eine Vielzahl gering qualifizierter Migranten durch das zusätzliche Angebot an Arbeitskraft den Marktpreis nicht nur für ihre Arbeitskraft, sondern auch für die Arbeitskraft Einheimischer, die auf „Jedermann-Arbeit“ angewiesen seien, deutlich unter das Niveau des Mindestlohns drücke. Diese These ist jedoch von den meisten Ökonomen nicht nachweisbar. Zum Großteil beweisen ökonomische Studien, dass Migration keinen und auf lange Sicht einen positiven Effekt auf niedrige Löhne hat<sup id="cite_ref-15" class="reference"><a href="#cite_note-15"><span class="cite-bracket">[</span>15<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Kulturelle_Identität"><span id="Kulturelle_Identit.C3.A4t"></span>Kulturelle Identität</h3></div>
<p>Konservative Kritiker verweisen auf die kulturelle und/oder nationale Identität von Staaten und sehen diese durch eine zu starke Zuwanderung von <a href="Ausl%C3%A4nder" title="Ausländer">Ausländern</a> gefährdet.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Migration_braucht_Steuerung">Migration braucht Steuerung</h3></div>
<p>Historische Evidenz legt nahe, dass freie Migration nur so lange funktioniert, wie die Interessen der Migranten, der abgebenden und der aufnehmenden Länder in Harmonie sind. Sobald es zu sozialen oder ökonomischen Störungen kommt, bricht ein Regime freier Migration zusammen. Bei gesteuerter Zuwanderung ist Migration weniger konfliktträchtig und mittelfristig ein höheres Volumen an Migration tragfähig. Unter diesem Gesichtspunkt verlieren die Argumente gegen kontrollierte Zuwanderung an Substanz. Zwar bedeutet gesteuerte Zuwanderung eine Härte gegenüber einzelnen Migrationswilligen. Dies ist aber gerechtfertigt, weil die menschliche Wohlfahrt in der Summe durch gesteuerte Migration stärker befördert wird als durch freie Migration. Für die Überlegenheit des Regimes gesteuerter Zuwanderung gibt es u. a. folgende Gründe:<sup id="cite_ref-:0_6-1" class="reference"><a href="#cite_note-:0-6"><span class="cite-bracket">[</span>6<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<ul><li>Bei gesteuerter Migration können solche Arbeitskräfte angeworben werden, die eine komplexe, hochspezialisierte Wirtschaft benötigt. Bei freier Migration kommen überwiegend ungeeignete Migranten.</li>
<li>Das Volumen der Zuwanderung kann an dem Wirtschaftswachstum (Zuwachs an Produktionsmitteln) ausgerichtet werden. Wenn die Zuwanderung höher ausfällt als der Zuwachs an Produktionsmitteln, sinkt der Lebensstandard der einheimischen Bevölkerung. Es kommt zu Friktionen zwischen Einheimischen und Zuwanderern.</li>
<li>Bei freier Migration können Zuwanderer innerhalb kurzer Zeit in großer Zahl kommen, was zu großen Problemen und Spannungen führen kann. Bei gesteuerter Zuwanderung werden Umfang und Zusammensetzung der Zuwanderer im Voraus geplant und an der Integrationsfähigkeit ausgerichtet.</li></ul>
<p>Die Mehrheit deutscher Wirtschaftsprofessoren erwartet nach einer im Februar 2016 durchgeführten Umfrage des <a href="Ifo-Institut" class="mw-redirect" title="Ifo-Institut">Ifo-Instituts</a> wirtschaftliche Nachteile von der <a href="Fl%C3%BCchtlingspolitik_(Deutschland)" title="Flüchtlingspolitik (Deutschland)">Flüchtlingspolitik</a> der <a href="Kabinett_Merkel_III" title="Kabinett Merkel III">Bundesregierung</a>. Eine relative Mehrheit erwartet von den Asylbewerbern eher Nachteile für das Land (40 Prozent). Eher Vorteile sehen nur 23 Prozent. Am besten schneidet in den Augen der Professoren die Zuwanderungspolitik Kanadas und Australiens ab, die beide sehr stark nach der Qualifikation der Einwanderer selektieren. Die große Mehrheit der Ökonomen fordert eine bessere Sicherung der Außengrenzen des <a href="Schengen-Raum" title="Schengen-Raum">Schengen-Raums</a>. Gleichzeitig warnen sie davor, auch nur temporär nationale Grenzen im Schengen-Raum zu schließen.<sup id="cite_ref-16" class="reference"><a href="#cite_note-16"><span class="cite-bracket">[</span>16<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Vor dem Hintergrund der <a href="Fl%C3%BCchtlingskrise_in_Europa_ab_2015" class="mw-redirect" title="Flüchtlingskrise in Europa ab 2015">Flüchtlingskrise in Europa ab 2015</a> betrachtete der Journalist <a href="Klaus_Geiger_(Journalist)" title="Klaus Geiger (Journalist)">Klaus Geiger</a> offene Grenzen als inhuman und ungerecht. Zum einen würden Menschenleben gefährdet, wenn Eltern ihre Kinder schutzlos nach Europa schickten und/oder wenn Flüchtlinge in seeuntaugliche Boote steigen, um nach Europa zu gelangen. Zweitens hätten junge Männer, die über ausreichend Geld verfügen, die besten Chancen nach Europa zu kommen; wirklich arme Flüchtlinge blieben fern jeder <a href="Willkommens-_und_Anerkennungskultur" title="Willkommens- und Anerkennungskultur">Willkommenskultur</a>. Drittens sei es 130 Mal teurer, Flüchtlinge in Europa zu versorgen als nahe ihrer Heimatregion. Während für Flüchtlinge, die es bis nach Europa schafften, sehr viel Geld ausgegeben würde, bliebe für die anderen kaum etwas.<sup id="cite_ref-17" class="reference"><a href="#cite_note-17"><span class="cite-bracket">[</span>17<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Weblinks">Weblinks</h2></div>
<ul><li>Antoine Pécoud and Paul de Guchteneire: <a rel="nofollow" class="external text" href="http://portal.unesco.org/shs/en/ev.php-URL_ID=7684&URL_DO=DO_TOPIC&URL_SECTION=201.html"><i>Migration Without Borders: an Investigation into the Free Movement of People</i></a></li>
<li>Antoine Pécoud and Paul de Guchteneire (Hrsg.): <a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.berghahnbooks.com/title.php?rowtag=PecoudMigration"><i>Migration Without Borders, Essays on the Free Movement of People</i></a>, Berghahn Books, 2007</li>
<li>Moses, Jonathon (2006): <a rel="nofollow" class="external text" href="http://zedbooks.co.uk/book.asp?bookdetail=3881"><i>International Migration: Globalization’s Last Frontier</i></a>, Zed Books, weitere Arbeiten auf <a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.svt.ntnu.no/iss/Jonathon.Moses/Personal/">Jonathon Moses’ Website</a></li>
<li>Kevin H. O’Rourke: <a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.tcd.ie/Economics/TEP/2003_papers/TEPNo15KOR23.pdf">The Era of Free Migration: Lessons for Today</a> (PDF-Datei; 92 kB)</li>
<li>Harry Binswanger: <a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.hblist.com/immigr.htm"><i>A defense of phasing-in open immigration into the United States</i></a></li>
<li>Hans-Hermann Hoppe: <a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.lewrockwell.com/orig/hermann-hoppe1.html"><i>On Free Immigration and Forced Integration</i></a> (a critique of free immigration)</li>
<li>Juan Carlos Velasco: <a rel="nofollow" class="external text" href="https://hdl.handle.net/10261/52582">Fronteras abiertas, derechos humanos y justicia global</a> (PDF-Datei)</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Literatur">Literatur</h2></div>
<ul><li>Amani Abuzahra: <i>Kulturelle Identität in einer multikulturellen Gesellschaft</i>, Passagen-Verlag, Wien 2012.</li>
<li>Andreas Cassee: <i>Globale Bewegungsfreiheit – Ein philosophisches Plädoyer für offene Grenzen</i>, Suhrkamp, Frankfurt 2016.</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Siehe_auch">Siehe auch</h2></div>
<ul><li><a href="Niederlassungsfreiheit" title="Niederlassungsfreiheit">Niederlassungsfreiheit</a></li>
<li><a href="Richtlinie_2004/38/EG_(Freiz%C3%BCgigkeitsrichtlinie)" title="Richtlinie 2004/38/EG (Freizügigkeitsrichtlinie)">Richtlinie 2004/38/EG (Freizügigkeitsrichtlinie)</a></li>
<li><a href="Willkommens-_und_Anerkennungskultur" title="Willkommens- und Anerkennungskultur">Willkommens- und Anerkennungskultur</a></li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Einzelnachweise">Einzelnachweise</h2></div>
<ol class="references">
<li id="cite_note-1"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-1">↑</a></span> <span class="reference-text"><a rel="nofollow" class="external text" href="http://noborders.org.uk/aboutnoborders"><i>About No Borders</i></a>. noborders.org.uk</span>
</li>
<li id="cite_note-2"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-2">↑</a></span> <span class="reference-text"><style data-mw-deduplicate="TemplateStyles:r261891140">
/* start https://de.wikipedia.org/ */
.mw-parser-output .webarchiv-memento a{color:inherit}
/* end https://de.wikipedia.org/ */
</style><a rel="nofollow" class="external text" href="https://web.archive.org/web/20070707041531/http://www.libertarian.co.uk/freelife/fl019.pdf">Immigration Control: What about the workers?</a> (<span class="webarchiv-memento"><a href="Webarchivierung#Begrifflichkeiten" title="Webarchivierung">Memento</a></span> vom 7. Juli 2007 im <i><a href="Internet_Archive" title="Internet Archive">Internet Archive</a></i>), Paul Marks, Free Life No. 19, Page 12, November, 1993.</span>
</li>
<li id="cite_note-3"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-3">↑</a></span> <span class="reference-text">Fabian Georgi: <a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.zeitschrift-luxemburg.de/was-ist-linke-migrationspolitik/"><i>Was ist linke Migrationspolitik?</i></a>. In: <i>Luxemburg. Gesellschaftsanalyse und linke Praxis</i>. Januar 2015</span>
</li>
<li id="cite_note-4"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-4">↑</a></span> <span class="reference-text">Fabian Georgi: <a rel="nofollow" class="external text" href="https://web.archive.org/web/20170910032723/http://www.grenzfrei-festival.org/zur-kritik-der-migrationspolitik-no-border-und-kritische-theorie/"><i>Zur Kritik der Migrationspolitik – No border und Kritische Theorie</i></a> (<span class="webarchiv-memento"><a href="Webarchivierung#Begrifflichkeiten" title="Webarchivierung">Memento</a></span> vom 10. September 2017 im <i><a href="Internet_Archive" title="Internet Archive">Internet Archive</a></i>). 2012</span>
</li>
<li id="cite_note-5"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-5">↑</a></span> <span class="reference-text">Leoluca Orlando: <a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.linksfraktion-hamburg.de/wp-content/uploads/2015/12/PDF-CARTA-DI-PALERMO-GER.pdf"><i>Internationale Freizügigkeit von Menschen. Charta von Palermo 2015. Von der Migration als Problem zur Freizügigkeit als unveräußerlichem Menschenrecht</i>. S. 2</a></span>
</li>
<li id="cite_note-:0-6"><span class="mw-cite-backlink">↑ <sup><a href="#cite_ref-:0_6-0">a</a></sup> <sup><a href="#cite_ref-:0_6-1">b</a></sup></span> <span class="reference-text">Julius Issac: <i>Economics of Migration</i>, Routledge, 2013, ISBN 9781136228063, S. 103–104.</span>
</li>
<li id="cite_note-Wir_schaffen_was-7"><span class="mw-cite-backlink">↑ <sup><a href="#cite_ref-Wir_schaffen_was_7-0">a</a></sup> <sup><a href="#cite_ref-Wir_schaffen_was_7-1">b</a></sup></span> <span class="reference-text">FAZ, <a rel="nofollow" class="external text" href="https://blogs.faz.net/fazit/2015/12/29/wir-schaffen-was-7074/">Wir schaffen was?</a>, 29. Dezember 2015</span>
</li>
<li id="cite_note-Zeit412015-8"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-Zeit412015_8-0">↑</a></span> <span class="reference-text">Zeit Online, <a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.zeit.de/2015/41/hans-werner-sinn-fluechtlinge-deutschland-folgen/seite-3"><i>Interview mit Hans-Werner Sinn</i></a> 8. Oktober 2015.</span>
</li>
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<li id="cite_note-11"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-11">↑</a></span> <span class="reference-text">Paul Collier: „<i>Exodus...</i>“. Siedler, Berlin 2014, S. 37.</span>
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<li id="cite_note-15"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-15">↑</a></span> <span class="reference-text">Christian Dustmann, Ian P. Preston: <cite style="font-style:italic">Free Movement, Open Borders, and the Global Gains from Labor Mobility</cite>. In: <cite style="font-style:italic">Annual Review of Economics</cite>. <span style="white-space:nowrap">Band<span style="display:inline-block;width:.2em"> </span>11</span>, <span style="white-space:nowrap">Nr.<span style="display:inline-block;width:.2em"> </span>1</span>, 2. August 2019, <a href="Internationale_Standardnummer_f%C3%BCr_fortlaufende_Sammelwerke" title="Internationale Standardnummer für fortlaufende Sammelwerke">ISSN</a> <span style="white-space:nowrap"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://zdb-katalog.de/list.xhtml?t=iss%3D%221941-1383%22&key=cql">1941-1383</a></span>, <span style="white-space:nowrap">S.<span style="display:inline-block;width:.2em"> </span>783–808</span>, <a href="Digital_Object_Identifier" title="Digital Object Identifier">doi</a>:<span class="uri-handle" style="white-space:nowrap"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://doi.org/10.1146/annurev-economics-080218-025843">10.1146/annurev-economics-080218-025843</a></span> (<a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.annualreviews.org/doi/10.1146/annurev-economics-080218-025843">annualreviews.org</a> [abgerufen am 7. November 2020]).<span class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Ajournal&rfr_id=info:sid/de.wikipedia.org:Freie+Migration&rft.atitle=Free+Movement%2C+Open+Borders%2C+and+the+Global+Gains+from+Labor+Mobility&rft.au=Christian+Dustmann%2C+Ian+P.+Preston&rft.date=2019-08-02&rft.doi=10.1146%2Fannurev-economics-080218-025843&rft.genre=journal&rft.issn=1941-1383&rft.issue=1&rft.jtitle=Annual+Review+of+Economics&rft.pages=783-808&rft.volume=11" style="display:none"> </span></span>
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<li id="cite_note-16"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-16">↑</a></span> <span class="reference-text">Philip Plickert: <a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/f-a-z-umfrage-deutsche-oekonomen-kritisieren-die-asylpolitik-14075803.html"><i>Deutsche Ökonomen kritisieren Merkels Asylpolitik</i></a>. <i><a href="Frankfurter_Allgemeine_Zeitung" title="Frankfurter Allgemeine Zeitung">FAZ Online</a></i>. 17. Februar 2016, abgerufen am 25. Februar 2016</span>
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</li>
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